Skylake oder Broadwell-E: Lohnt der Aufpreis für Intel Extreme-CPUs?

Broadwell-EMittlerweile sind die neuen Intel Broadwell-E Prozessoren lieferbar, die den Spitzenplatz unter den Workstation-CPUs bei Intel einnehmen. Ob Skylake oder Broadwell-E die bessere Wahl für den Gaming PC ist, klären wir in diesem Artikel.

Neues Broadwell-E Prozessor-Lineup

Die neuen Intel Broadwell-E Prozessoren sind bereits lieferbar. Anders als beim Vorgänger Haswell-E gibt es gleich vier CPUs in der neuen Broadwell-E Generation.

Die drei Prozessoren i7-6800K, i7-6850K, i7-6900K beerben ihre Vorgänger i7-5820K, Core i7-5930K und i7-5960X (Haswell-E). Der neue 10-Kerner i7-6950X läutet (auch preislich) eine neue Vergleichsklasse ein.

CPUKerneL3-CacheBasis-TaktPreis
Core i7-6950X1025 MB3,0 GHzPreis prüfen
Core i7-6900K820 MB3,2 GHzPreis prüfen
Core i7-6850K615 MB3,6 GHzPreis prüfen
Core i7-6800K615 MB3,4 GHzPreis prüfen

Neuerungen bei Broadwell-E

14 mm Fertigungsverfahren

Während die Plattform mit Sockel 2011-3 / Chipsatz X99 im Vergleich zu Haswell-E unangetastet bleibt, setzt Intel beim Fertigungsverfahren auf den Standard der Skylake-CPUs.

Mit der 14 mm Fertigungstechnik bringt Intel im Vergleich zu Haswell-E deutlich mehr Transistoren auf die neuen Broadwell-E CPUs.

Die Leistungsaufnahme bleibt im Vergleich zu den Vorgänger-Prozessoren konstant: 140 Watt TDP (Thermal Design Power) werden auch für die Broadwell-E CPUs angegeben. Zweifelsohne deutlich mehr als bei Skylake: Für das Spitzenmodell i7-6700K wird eine TDP von 91 Watt angegeben.

Basistakt und Turbo Boost

Im Vergleich zu den Vorgängern steigt der Basistakt bei Broadwell-E geringfügig an.

Auch beim Turbo Boost hat Intel aufgerüstet. Einerseits wird die Spanne der Übertaktung im Boost-Modus größer. Andererseits ermöglicht Turbo Boost 3.0 auch den gezielten Boost einzelner CPU-Kerne.

Mainboard und Infrastruktur für Broadwell-E

Wie auch schon Haswell-E CPUs, basieren die neuen Broadwell-E Prozessoren auf den Sockel 2011-3 und setzen ein Mainboard mit X99-Chipsatz voraus.

Der Vorteil: X99 Mainboard für Haswell-E Prozessoren sind grundsätzlich vorwärtskompatibel zu Broadwell-E. Voraussetzung: Der Hersteller vom Gaming Mainboard muss ein BIOS-Update bereitstellen.

So hat Asrock beispielsweise bereits für das beliebte Asrock X99 EXTREME4 mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis ein BIOS-Update bereitgestellt (BIOS-Download). Auch Premium-Mainboards wie das Asus ROG Rampage V Extreme (BIOS-Download) oder das MSI X99S XPOWER (BIOS-Download).

Die X99-Plattform ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Zwar bietet X99 mehr PCIe-Lanes als die X170-Plattform (Intel Skylake). So richtig bemerkbar macht sich das aber nur bei Multi-GPU-Setups. Und hier nur, wenn es mehr als zwei Grafikkarten sind, die per SLI/CrossFire im Verbund arbeiten.

DDR4-Arbeitsspeicher wird von X99 unterstützt. Vorteil im Vergleich zu Skylake: Statt Dual-Channel RAM findet Quad-Channel RAM Verwendung, was bei hohem Datendurchsatz deutlich performanter arbeitet.

USB 3.1 unterstützten X99-Mainboards nicht. Hierfür wird ein Zusatzcontroller fällig.

Skylake oder Broadwell-E

Skylake oder Broadwell-E für den Gaming PC

Für einen Gaming PC empfehlen wir die neuen Broadwell-E CPUs grundsätzlich nicht. Selbst für unseren Top-Build, den 4K Gaming PC, setzen wir auf Skylake.

Vorteil Skylake für puren Gaming PC

Der Vorzug von Skylake für einen Gaming PC liegt einerseits daran, dass sowohl die Broadwell-E CPUs als auch die X99-Mainboards im Vergleich zu Skylake und Z170 teurer ausfallen. Dem Mehrpreis gegenüber steht ein Performance-Gewinn, der sich beim Gaming in der Regel nicht positiv bemerkbar macht.

Das Bottleneck im Gaming PC ist in der Regel die Grafikkarte. Statt einer Broadwell-E CPU macht ein Skylake Build mit einer aktuellen Nvidia Pascal Grafikkarte wie der GTX 1080 oder GTX 1070 mehr Sinn, wenn Du möglichst viel aus einem (hohen) Budget heraus holen willst.

In den meisten Fällen fällt die Entscheidung Skylake oder Broadwell-E deswegen zu Gunsten der günstigeren Skylake CPUs aus.

Vorteil Broadwell-E auf Media-Workstations

Wenn Du Deinen Gaming PC auf für Medienbearbeitung einsetzt, kann Broadwell-E Sinn machen.

Die Vorzüge der höheren Anzahl von CPU-Kernen und dem Quad-Channel-Arbeitsspeicher werden beispielsweise in CAD-Programmen, 3D-Rendering und bei Videoschnitt in Ultra HD voll ausgenutzt.

Auf einem reinen Gaming PC fährst Du besser, wenn Du auf eine günstigere Skylake CPU setzt und eine leistungsstarke Grafikkarte investierst.

Broadwell-E Nachfolger: Skylake-X & Kaby Lake-X

Auf Benchlife (Chinesisch) ist ein vermutlich geleakte Roadmap von Intel erschienen.

Demnach werden im vierten Quartal 2016 zunächst die „normalen“ Desktop-Prozessoren der Kaby Lake Prozessorgeneration erscheinen, die den direkten Skylake-Nachfolger darstellen.

Schon für das zweite Quartal 2017 werden schließlich die Broadwell-E Nachfolger erwartet.

Der internen Intel Roadmap zu Folge, ändert Intel in dem Zuge das Namensschema. Die Rede ist von Skylake-X bzw. Kaby Lake-X, die beide im zweiten Quartal 2017 erscheinen sollen.

Skylake-X und Kaby Lake-X stellen dann die direkten Broadwell-E Nachfolger dar.

Patrick
Patrick

Hallo bei Gaming PC Test! Ich bin Patrick. Mein erster Gaming PC war ein 386er mit MS DOS und seitdem fasziniert mich Hardware. Deshalb schreibe ich hier als Redakteur vor allem zu Komponenten und Technik.

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